BasketballPer aspera et sanguinem /// Die letzten Spiele im Rückblick

Geneigtes Publikum, liebe Fans, verzeiht die mediale Auszeit, welche euch quälender, schlafraubender Ungewissheit ausgesetzt haben muss. „Wie ist die Stimmung im Team?“, „Sind alle fit?“, und vor allem: „Wann kann ich die Sterne-Korbjäger endlich wieder live erleben?“ Alles Fragen, die ihr euch gestellt habt. Antworten, die wir euch schuldig blieben. Sorry. Es gibt keine guten Gründe dafür. Hier ein Rückblick auf die vergangenen drei Spieltage:

RSNOB – SV Neukölln 09 (auswärts / 4.11.)
Stark dezimiert und körperlich angeschlagen treffen wir uns an der Halle am Efeuweg in Rudow, im Schatten der Hochhäuser von Gropiusstadt. Wir sind zu siebt. Ohne Coach, der mit „Block 212“ beim Fanclubturnier in Breitengüßbach antritt. Sebastian muss es nach längerer Verletzung ruhig angehen lassen. Das kongeniale Aufbauduo, aus beruflichen Gründen am Vorabend zum Alkoholkonsum quasi gezwungen, fühlt sich irgendwie nicht so. Wir machen uns gegen den bisher ungeschlagenen Gegner keine Illusionen und versuchen, vom Druck befreit, locker aufzuspielen. Basti trifft auch gleich aus der Nahdistanz, macht seine ersten Punkte im Sterne-Trikot, 2:0 für uns! Wir genießen die Führung für eine Minute, dann holt Neukölln sie zurück und gibt sie nicht mehr her. Gegen deren big men und breite Bank haben wir keine reale Chance. Nachdem alle in der Halle zu dieser Erkenntnis gelangen, wird es ein recht entspanntes und faires Spiel. Alle sind gut drauf, die Schiris eingeschlossen. Es wird viel gelacht. Neukölln baut den Vorsprung kontinuierlich aus. Wir gewinnen kein einziges Viertel, dafür jeder Einzelne aufgrund der hohen Spielanteile eine Menge an Erfahrung. Alle Spieler punkten.   Endstand: 79:37 /// RSNOB mit Malte (13), Richard (7), Tommy (6), Sebastian (5), Martin (4), Boris (1), Raphael (1) ///

RSNOB – City Basket Berlin 2 (auswärts / 16.11.)
Ereignisreicher Spieltag mit surrealen Momenten. Wir sind hochmotiviert. Da die Baskets auch noch keinen regulären Sieg verbuchen können, erwarten wir ein Spiel auf Augenhöhe. Die Möglichkeit des ersten Triumphs drängt sich geradezu obszön auf. Doch erstmal passiert wenig. Vom gegnerischen Team ist keine Spur, der sehr einladende Spielort sei wegen Schäden gesperrt, steht auf einem Zettel an der Hallentür. Mit einer guten Stunde Verspätung kann es dann doch losgehen – auf SEHR engem Raum. Wir spielen in einem Hallendrittel, auf eine Seitenauslinie müssen wir ganz verzichten, die andere ist von der Hallenwand nur ein paar halsbrecherische Zentimeter entfernt. Gleiches gilt für die Grundlinien. Aber immerhin – wir spielen, und wie! Die Sterne starten furios. Der Ball läuft munter über die einzelnen Positionen bis der freie Mann gefunden ist. Neuzugang Alex macht unter dem Korb sofort eine gute Figur und kommt immer wieder zu einfachen Punkten. Boris findet endlich zu seinem Spiel, tankt sich wiederholt durch die Zone und trifft nahezu alles, selbst drei Verteidiger können ihn nicht stoppen. Berauscht von der eigenen Leistung, spielen die Sterne den bisher besten Basketball ihrer jungen Geschichte. Auch die Defensive arbeitet gut, um jeden Ball wird gekämpft und wir gewinnen das erste Viertel, auch wenn der Vorsprung gefühlt höher ausfällt.

Der Sieg scheint greifbar, mit vollem Einsatz geht es weiter. Dann zwei unglückliche Szenen. Zunächst prellt sich Malte bei einem Sturz die Hüfte und muss ausgewechselt werden. Kurz darauf stößt Boris beim Zug zum Korb mit einem Gegenspieler zusammen und zieht sich einen Cut über der Augenbraue zu, der stark blutet. Glücklicherweise scheint er ansonsten ok zu sein, doch auch für ihn ist das Spiel damit beendet. Ohne die beiden fällt es schwer, das hohe Level zu halten und langsam aber stetig ziehen die Baskets davon. Die Interpretation der Schiedsrichter irritiert zunehmend, Fouls werden fast gar nicht geahndet. Leider entwickelt sich das Spiel dadurch zu einem teilweise hässlichen Hauen und Stechen, die Stimmung wird latent aggresiv und wir lassen uns zu einigen unnötigen Bemerkungen hinreißen. Tommy kann im letzten Viertel noch zwei Dreiern versenken. Trotzdem verlieren wir 67:41. Schade.

RSNOB – Prenzlhainer Eichhörnchen (auswärts / 18.11.)
Mit nur einem Tag Pause treten wir gegen den ungeschlagenen Tabellenführer an. Malte muss nach seiner Verletzung pausieren, übernimmt aber das Coaching, so dass Hendrik spielen kann. Erfreulicherweise ist Marco nach einigen Spielen Abstinenz wieder am Start. Es folgt eine Zusammenfassung des Spiels aus seiner Sicht:

Das Spiel beginnt der Gastgeber mit einem Ausrufe-Dreier. Aber nicht, dass der Leser jetzt denkt, die Nordossis geben sich damit gleich geschlagen. Nein, nach schönem Pass auf Neuzugang Alex legt er völlig freistehend unterm Korb ein, gleich danach hole ich durch unsere neue Box-and-One-Defense den Ball und dunke unbehindert zur Führung! Nach Foul an mir, was mit 3 Punkten für uns bestraft wird, nimmt der Gegner in Minute 4 die 1. Auszeit. Stand 9:7 für den Roten Stern! Der Gegner nutzt die Time-Out und stellt auf Ganzfeld-Verteidigung um, legt einen Run hin und geht mit 12:9 in Führung. Das 1. Viertel gehört Alex und mir, wir machen 18 der 19 Punkte. Allein Basti erzielt noch einen Freiwurf zum 19:26 Rückstand. Denkbar knapp, nun ist die Bank gefragt. Und eben diese legt mit super Defense los. Martin mit dem Steal, Paß auf Boris, der sieht Basti unterm Korb. Gleich danach Hendrik mit Pass auf mich. Foul, Wurf, Treffer. 5 Punkte mehr für Nordost! Stand 24:26! Wow, wer hätte das vor dem Spiel gedacht? Der Tabellenletzte ärgert den haushohen Favoriten nicht nur, nein, er nervt ihn mittlerweile sogar! Doch die Nagetierchen fangen sich und ziehen wieder von dannen! 24:36 aus unserer Sicht. Es folgt die fällige Time-Out von Malte. Die hilft, Player of the Game Alex erzielt Freiwurfpunkte, Tommy trifft jenseits der 3-Punkte-Linie und auch Hendrik findet den Weg zum Korb. Halbzeitstand 34:47. Aber da geht noch mehr!

Zu erwähnen ist noch, das 2 unsportliche Fouls an mir nicht gepfiffen wurden, eins davon ziemlich hart, da es auch ins Auge ging. Zum Glück nicht blutig wie beim Boris am Freitag. Beides wurde aber nicht einmal mit einem Foulpfiff gegen die Gastgeber geahndet! Tommy bekommt dafür gleich ein Unsportliches für nix! Nebenbei darf der Gegner auch noch samt Ball vom Boden aufstehen und treffen. Und alles zählt, erkämpfte Bälle von uns werden dem Gegner zugesprochen. Sehr ärgerlich, da wir sonst noch länger dran geblieben wären. Das 3. Viertel endet recht unspektakulär, wenn auch mit viel Kampf, 47:60. Im letzen Spielabschnitt wird viel gewechselt, vor allem der Tatsache geschuldet, dass wir erhebliches Foultrouble haben. Dem Spiel tut dies dennoch keinen Abbruch, denn auch von der Bank wird munter weiter gezockt. Wir verlieren dieses Spiel deutlicher, als es der Spielverlauf hergegeben hätte. Aber, und da waren sich alle Anwesenden einig: Bestes Spiel und beste Stimmung in dieser noch jungen Saison! Das sollen nun am Samstag um 13.00 Uhr in der Hagenbeck-Halle auch die Berlin Tigers zu spüren bekommen!

RSNOB mit Alex: 22 Punkte, 1 Foul, 3/5 FT, 1 Dreier; Marco: 21 Punkte, 5 Fouls, 3/5 FT; Tommy: 9 Punkte, 5 Fouls, 2/2 FT, 1 Dreier; Basti: 7 Punkte, 1 Foul, 1/2 FT; Hendrik: 3 Punkte, 3 Fouls, 1/4 FT; Boris: 2 Punkte, 3 Fouls; Martin 1 Punkt, 2 Fouls, 1/2 FT; Richy: 4 Fouls