Mehmet Matur, Integrationsbeauftragter, Präsidialmitglied für besondere Aufgaben des Berliner Fußball-Verbandes
„Rassismus und Diskriminierung sind eine echte Bedrohung. Leider sind hässliche Vorfälle von rassistischen Spruchbändern, Hassgesängen, Beleidigungen, Provokationen und Gesten der Aggression und Gewalt noch immer nicht aus unseren Fußballstadien und von unseren Sportplätzen verschwunden. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass dieses Problem nicht ohne unser Engagement verschwinden wird. Dabei ist der Ball auf allen Fußballplätzen dieser Welt rund. Herkunftsland und Hautfarbe dürfen im Sport keine Rolle spielen. Dies zu unterstützen und auch umzusetzen, ist nicht nur Aufgabe des Sportlers sondern auch eines jeden sportliebenden Fans. Gemeinsam Diskriminierung und Gewalt die rote Karte zeigen - ohne Ermessensspielraum.
Die Initiative „love sports – hate neonazism“ von Roter Stern ist beispielhaft und hat meine vollste Unterstützung. Ich wünsche der Kampagne von ganzem Herzen viel Erfolg!“
… ein paar Beispiele:
ROTER STERN NORDOST BERLIN
Gegründet Ende 2005, um in Berlin ein Gegenpol zu den bisherigen Sportangeboten anzubieten. Wir suchen die Auseinandersetzung mit „rechten“ Einstellungen und diskriminierendem Verhalten. Öffentlich, mit anderen Vereinen und vor Allem bei uns selbst. 128 Mitglieder sind derzeit im Verein und üben und übten seither die Sportarten Fußball, Futsal, Basketball und Tischtennis aus.
„Wir freuen uns auf die Teilnahme von mittlerweile 12 Teams mit dem Namen Roter Stern. Zu unserem 5. Geburtstag können wir uns kaum ein schöneres Geschenk vorstellen als den größten Roten Stern Cup in der Geschichte austragen zu dürfen“, so Julius Martin, Pressesprecher Roter Stern Nordost Berlin.
ROTER STERN FLENSBURG
Gegründet im Frühjahr 2009. Ausschlaggebend waren einige jugendliche Freizeitkickboxer sowie eine Reihe von Fußballern die in diversen Sportvereinen und Freizeitgruppen organisiert waren und ihrer sportlichen Betätigung lieber selbstverwaltet in einem solidarisch organisierten Verein nachgehen wollten. Die Ablehnung von Rassismus und Diskriminierung sind fester Bestandteil unserer Vereinskultur. 60 Mitglieder sind in den Sparten Fußball und Kickboxen aktiv. Eine zweite Fußballmannschaft und ein Frauenteam sind im Aufbau.
„Dem Stern Cup sehen wir mit großer Vorfreude entgegen und fühlen uns sehr geehrt über die Einladung. Wir freuen uns auf den Austausch mit anderen sportlich aktiven Menschen die eine alternative Vereinsstruktur organisiert haben und hoffen befruchtende Eindrücke mit in unseren Vereinsalltag nehmen zu können.“, so Till Arfsten, Vorstandsmitglied Roter Stern Flensburg.
ROTER STERN WEHRINGHAUSEN
Gegründet 1993 von den Jusos in Hagen die gekickt haben und sich dem Verband anschließen wollten. 110 Mitglieder spielen derzeit Fußball, Starball, Basketball, Boule und Les Parcours.
„Mit 17 Jahren sind wir fast erwachsen, aber immer noch Rot, immer noch anders, immer noch kritisch und immer noch nicht verdorben. Wir sind ein Sportverein und wollen ein gutes Beispiel sein, wie man ohne allzu viel Vereinsmeierei dennoch für eine breite Gruppe Menschen viel erreichen kann. Spielen muss Spaß machen ist unsere Devise und ganz wichtig dabei ist: Sport ohne Spacken“, so Uli Schäfer, Präsident Roter Stern Wehringhausen.
ROTER STERN PANKOW
1989 gegründet. Es ist der Versuch, Fußball auf höchstem Niveau zu spielen, ohne den üblichen Vereinszwängen zu unterliegen. Wir existieren seit über zwanzig Jahren jeden Sonntag auf dem Platz und rund um die Uhr in den Herzen und Köpfen seiner rund zwanzig Mitglieder. Es gibt keine Statuten, keine Mitgliederlisten, keine Wahlen und keine Zwänge.
ROTER STERN LÜBECK
Gegründet am 20.08.2008 zur Schaffung einer linken Alternative zur Vereinslandschaft in Lübeck. Bisher haben wir es auf 105 Mitglieder gebracht. Sportarten zur Zeit sind Fußball, Laufen, Radwanderen und Minigolf.
ROTER STERN EISBÄREN
Wann der Rote Stern Eisbären gegründet wurde, wissen wir nicht (mehr). Wir wissen ja nicht einmal, wie so eine Gründung überhaupt funktioniert. Ein eingetragener Verein sind wir nämlich nicht, und auch kein offizieller Fanclub der Eisbären. Deshalb haben wir zudem überhaupt keinen Überblick, wie viele Verrückte sich als RSE-Sympathisant_innen bezeichnen würden. Präsidium, Vorstand, Pressesprecher, Schatzmeister? Fehlanzeige!
Was uns verbindet? Auch diese Frage ist kompliziert zu beantworten. Unsere Lieblingsfarben sind so verschieden wie der Musikgeschmack, und sogar den einen oder anderen Deutschlandfan in unseren Reihen lassen wir unbehelligt – zumindest während der WM. Zu Demos kommen immer ein paar, aber selten immer dieselben Gesichter. Als kleinste gemeinsame Nenner wäre wohl die körperlich-geistige Nähe zur Antifa und zu den Eisbären aufzuzählen. Immerhin – wir setzen Prioritäten!
„Als ich noch in Bremen war, hörte ich, dass unser Masseur
schwul ist.“ Reaktion Rudi Assauers, Ex-Manager
von Schalke 04: „Ich habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen
Gefallen: Such Dir einen neuen Job.“.
Schon seit vielen Jahren fragen Medien und Sportvertreter
danach, doch passiert ist bisher nichts: Wann outen
sich die ersten aktiven Fußball spielenden Frauen und
Männer als homosexuell? Klar ist: Einige sind homosexuell,
verstecken sich jedoch: Mit Alibi-Ehe, Alibi-Kindern
und damit zu weiten Teilen Alibi-Leben.
Offene und versteckte Spielarten von Homophobie befinden
sich bei Vereinen und Verbänden ebenso wie bei den
Spielenden selbst und deren Fans. Und das obwohl sich
diese im Fußball weit öfter körperlich nahe sind als im
restlichen gesellschaftlichen Leben. Oder sind Sie gerade
deswegen besonders homosexuellenfeindlich?
Es würden diejenigen, die sich outen, plattgemacht von
ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion. „Diese
Hetzjagd sollte man ihnen ersparen.“, so Assauer.
Wir werden aktuelle Erscheinungsformen von Homophobie
im Fußball benennen und Praxisbeispiele vorstellen,
die sich klar dagegen positionieren.
Es referieren:
Tanja Walther-Ahrens, European Gay and Lesbian Sport Federation
Torsten Siebert, Projektleiter Respect Gaymes
Karl Kreile, Sportverein für Schwule und Lesben Berlin e.V.
24.06. - 19:30 Uhr, “Tristeza”, im Rahmen der Reihe “Aktiv im Abseits“
Der Film erzählt von Ashraf, Mne, Zoliswa und Arnold, ihrem Leben in den Armenvierteln rund um Kapstadt, von Zwangsräumungen und Wassersperrungen und bösen Erinnerungen an die Zeit der Apartheid.
20.06. - 21.30 Uhr, “Tristeza”, im Rahmen der Reihe “Aktiv im Abseits“
April 2010: Der Rote Stern Leipzig ist zu Gast im sächsischen Mügeln. Am Rande grölen 50 Neonazis immer wieder die Sprechchöre „Juden“ und „ein Baum, ein Strick, ein Judengenick“. Als in der 80. Minute das berüchtigte U-Bahn-Lied, in welchem die Hauptzeile lautet „Eine U-Bahn bauen wir, von Jerusalem bis nach Auschwitz“ gesungen wird, bricht der Schiedsrichter das Spiel endlich ab.
Fragt man ostdeutsche Fußballfans, wieso sie solch menschenverachtende Parolen singen oder zumindest in ihrem Block dulden, erntet man Achselzucken oder Ausreden. Zum Beispiel, dass dieser Slogan schon zu DDR-Zeiten gerufen wurde, wenn der BFC Dynamo zu Gast war oder Union Berlin, um diese zu provozieren. Den Gegner als Juden zu bezeichnen gilt demnach in
einzelnen Fankreisen als die unterste Schublade der gegenseitigen Beschimpfung im Fußballstadion. Ebenso wie in der Gesellschaft. Doch wieso ist diese Art der antisemitischen Provokation gerade im Osten Deutschlands derart verbreitet?
In dem Vortrag werden jene historische Kontinuität des Antisemitismus im ostdeutschen Fußball sowie seine Verwurzelung in der Fanszene skizziert und analysiert.
Es referiert:
Michael Zantke, Student der Politikwissenschaft
10.06. - 19:30 Uhr, “Tristeza”, im Rahmen der Reihe “Aktiv im Abseits“

In den Jahren 2007 und 2008 veranstaltete bereits der Rote Stern Altenburg den Roten Stern Cup, bevor er letztes Jahr leider ausfiel. Wir lassen diese mittlerweile kleine Tradition wieder aufleben und werden 2010 ein ereignisreiches Fußballturnier erleben.
Also schnürt die Töppen zusammen und kommt vorbei!
Los geht es um 10 Uhr im Stadion Buschallee, dem Ground der diesjährigen Organisatoren des Roten Stern Nordost Berlins. Vor Ort wird es auch nach der Siegerehrung um ca. 19 Uhr noch lange Musik und Sitzmöglichkeiten geben, sodass wir gemeinsam Breiten-, Linien-, Tanz-, Trink- und Diskussionssport pflegen können.
Mit ein wenig Verspätung startete im Rahmen unserer Kampagne “love sports - hate neonazism” unser spontanes Futsal-Turnier an diesem schönen Sonntag. Das erste Spiel bestritt um 11 Uhr FK Sbornaja gegen ein Mixed-Team vom Roten Stern Berlin. Insgesamt reisten 4 Teams aus der Futsal Landes- und Bezirksliga an. Gespielt wurde daher jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel durchgehend 12 Minuten. Zu sehen gab es unter den 32 Toren ein paar wunderschöne, einer der Gründe warum es soviel Spaß macht Futsal nicht nur zu spielen sondern auch von der Seite zu gucken.
Für alle, für die dieser Sport noch unbekannt ist, sei diese kurze Dokumentation ans Herz gelegt.
| hin | rück | ||
| FK Sbornaja | - Roter Stern Berlin | 0:1 | 2:4 |
| Brandenburg 03 | - Grünauer BC | 0:0 | 0:1 |
| FK Sbornaja | - Brandenburg 03 | 2:1 | 0:1 |
| Roter Stern Berlin | - Grünauer BC | 0:1 | 1:3 |
| FK Sbornaja | - Grünauer BC | 0:1 | 0:6 |
| Roter Stern Berlin | - Brandenburg 03 | 0:4 | 1:3 |
Abschlußtabelle:
| Team | Pkt | Tore |
| Grünauer BC | 16 | 12:1 |
| Brandenburg 03 | 10 | 9:4 |
| Roter Stern Berlin | 6 | 7:13 |
| FK Sbornaja | 3 | 4:14 |
Ein kleines Video folgt noch diese Woche…
Nationalfahnenbewimpelte Autokorsos, kaum eine Kneipe ohne Großbildleinwand, König Fussball beherrscht die Welt. Man kennt das von der WM 2006 in Deutschland. Es geht um mehr als ein Stück aufgepumptes Leder im Netz, denn nichts scheint die Schicksalsgemeinschaft so zu bewegen wie elf Paar behaarter Männerbeine. Deutschland ist „Schwarz-Rot-Geil“, Nationalismus ist Partyzwang. Doch im Abseits dieses Taumels geht es um mehr als Rundes und Eckiges. Fussball ist mehr als ein gesellschaftliches Spiegelbild, denn als der Erde liebster Sport, baut auch er fleissig mit an Diskriminierungen und Ausgrenzungen. Nicht der Ball grölt rassistisch aus der Kurve, beschimpft Spieler als „schwul“ und nimmt Frauenfussball kaum ernst, sondern seine Fans und Funktionäre. Doch existiert auch Gegenläufiges: Faninitiativen und kleine Vereine, die sich anders gestalten möchten. Wir wollen dem, was andernorts wenig beleuchtet wird, mit dieser Veranstaltungsreihe einen Raum geben, die Themen aus dem feierwütigen Abseits zu holen. Sei dabei, wenn dem Zwang mitzufeiern Hausverbot erteilt wird und genieß eine nationalfahnenbefreite Zone, um über Dinge diskutieren, bei denen andere nur abwinken!
Es präsentieren:
Roter Stern Nordost Berlin, geiler Verein
“Tristeza”, geile Kneipe
love sports - hate neonazism, geile Kampagne
Die Flyer zur Kampagne gibt es hier zum Download
Die Veranstaltungen
Do, 10.06. Antisemitismus im (ost)deutschen Fussball
Tradition und Gegenwart
Di, 15.06. Südafrika zu zeiten der WM
Befreiungskampf in der Verlängerungsphase
Do, 24.06. Homophobie im Fussball
mehrheitlich abgelehnt und doch toleriert
Di, 29.06. Fans im Fussball
gewollt und doch gehasst
Mi, 07.07. Rassismus im Fussball
Deutschsein als Alltag
Fr, 09.07. Antifa heisst Anpfiff!
Antinationale Fussballrallye
Di, 13.07. Freizeit- und Amateurvereine
Situation und Probleme
Das Filmprogramm
So, 06.06. “Football Under Cover”
So, 13.06. “Die Todeself”
So, 20.06. “When The Mountain Meets Its Shadow”
So, 27.06. “Das Grosse Tabu” und “Tabubruch”
So, 04.07. “Fünfte Herren - Fussball Pur”
So, 11.07. “The Other Final”
Um die Verbreitung der Kampagne weiter voran zu bringen, hat der Rote Stern Nordost Berlin und der „Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V.“ Geld zusammengelegt, so dass wunderschöne Faltblätter für die geneigte Öffentlichkeit erstellt werden können.
Ab Mitte nächster Woche könnt ihr diese bei uns beziehen. Schreibt uns dazu einfach eine Mail mit eurer Adresse, der gewünschten Anzahl und einem kleinen Hinweis wo ihr diese ca. verbreiten wollt.
Um die Spende des Vereins der Bundestagsfraktion feierlich zu übergeben erschien Stefan Liebich zu unserem Heimspiel am 08. Mai im Stadion Buschallee.
wir begrüßen Euch auf der Internetseite, der von fortschrittlichen Sportvereinen initiierten Kampagne “love sports - hate neonazism”.
Die Kampagne ist eine Reaktion der Roten Stern Vereine auf rassistische Verunglimpfungen, homophobe Schmähungen, antisemitische Sprechchöre oder anderer Spielarten von Diskriminierungen in Stadien, Hallen und auf Sportplätzen im Allgemeinen. Sowie speziell auf die brutalen Angriffen von Neonazis und Stammtischrassisten auf Spieler oder Fans, wie zum Beispiel in den letzten Jahren geschehen bei Spielen der Vereine Roter Stern Leipzig, Halle und Lübeck.
Wir wollen eine breite Initiative von Sportvereinen und Fangruppen in Gang setzen, die sich für gesellschaftliche Mindeststandards im Sportbereich einsetzt. Mach auch Du mit! Egal ob Du Fan oder Mitglied in einem Verein bist, wenn du aktiv werden willst wende Dich an uns oder sammel deine Freunde um Dich, unterzeichnet die Kampagne, überlegt Euch Aktionen und setzt Euch ein für Diskriminierungsfreiheit beim Sport! Ob Freizeitsport, Amateur oder Profi: die Menschenrechte gelten überall!
Hier kannst Du die “love sport - hate neonazism” - Erklärung lesen.
Die ersten Staments von Prominenten aus Politik, Kunst und Zivilgesellschaft findet Ihr da.
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