April 2010: Der Rote Stern Leipzig ist zu Gast im sächsischen Mügeln. Am Rande grölen 50 Neonazis immer wieder die Sprechchöre „Juden“ und „ein Baum, ein Strick, ein Judengenick“. Als in der 80. Minute das berüchtigte U-Bahn-Lied, in welchem die Hauptzeile lautet „Eine U-Bahn bauen wir, von Jerusalem bis nach Auschwitz“ gesungen wird, bricht der Schiedsrichter das Spiel endlich ab.
Fragt man ostdeutsche Fußballfans, wieso sie solch menschenverachtende Parolen singen oder zumindest in ihrem Block dulden, erntet man Achselzucken oder Ausreden. Zum Beispiel, dass dieser Slogan schon zu DDR-Zeiten gerufen wurde, wenn der BFC Dynamo zu Gast war oder Union Berlin, um diese zu provozieren. Den Gegner als Juden zu bezeichnen gilt demnach in
einzelnen Fankreisen als die unterste Schublade der gegenseitigen Beschimpfung im Fußballstadion. Ebenso wie in der Gesellschaft. Doch wieso ist diese Art der antisemitischen Provokation gerade im Osten Deutschlands derart verbreitet?
In dem Vortrag werden jene historische Kontinuität des Antisemitismus im ostdeutschen Fußball sowie seine Verwurzelung in der Fanszene skizziert und analysiert.
Es referiert:
Michael Zantke, Student der Politikwissenschaft
10.06. - 19:30 Uhr, “Tristeza”, im Rahmen der Reihe “Aktiv im Abseits“
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[…] Im tristeza ging es am vergangenen Sonntag los. Die Filmreihe zur Veranstaltungsreihe Aktiv im Abseits startete mit Football under cover, einem Film über eine kreizberger Frauenmannschaft die gegen heftige Widerstand in Teheran gegen die iranische Frauennationalmannschaft spielte. Die Infoverantaltungen gegen den nationalen Fußballwahnsinn starten am nächsten Donnerstag mit dem kontroversen Thema Antisemitismus im (ost)deutschen Fußball. […]
Pingback: Fußball mal anders – Wahnsinns Filme und Veranstaltungen im Abseits « Analyse, Kritik & Aktion – 09. June 2010 @ 2:29 pm