Neues Statement!

Mehmet MaturMehmet Matur, Integrationsbeauftragter, Präsidialmitglied für besondere Aufgaben des Berliner Fußball-Verbandes
„Rassismus und Diskriminierung sind eine echte Bedrohung. Leider sind hässliche Vorfälle von rassistischen Spruchbändern, Hassgesängen, Beleidigungen, Provokationen und Gesten der Aggression und Gewalt noch immer nicht aus unseren Fußballstadien und von unseren Sportplätzen verschwunden. Die jüngsten Ereignisse haben gezeigt, dass dieses Problem nicht ohne unser Engagement verschwinden wird. Dabei ist der Ball auf allen Fußballplätzen dieser Welt rund. Herkunftsland und Hautfarbe dürfen im Sport keine Rolle spielen. Dies zu unterstützen und auch umzusetzen, ist nicht nur Aufgabe des Sportlers sondern auch eines jeden sportliebenden Fans. Gemeinsam Diskriminierung und Gewalt die rote Karte zeigen - ohne Ermessensspielraum.
Die Initiative „love sports – hate neonazism“ von Roter Stern ist beispielhaft und hat meine vollste Unterstützung. Ich wünsche der Kampagne von ganzem Herzen viel Erfolg!“

Mehr als nur Fußball… RSNOB - TS

Am 04. August spielte der Rote Stern Nordost Berlin in der Hansastraße gegen das Regionalliga-A-Jugend-Team von Türkiyemspor Berlin. Begleitet wurde das sportliche Ereignis von politischen Forderungen und lautstarken Fans.

Die beiden Vereine verbindet mittlerweile eine enge Zusammenarbeit vor allem im Engagement gegen Diskriminierung. Egal ob in der Bekämpfung von Homophobie oder die Entsendung von Spielbeobachtern zu sogenannten “Risikospielen” - die Beiden halten zusammen. An diesem Mittwochabend liefen sie mit der Forderung “Pro Regionalligareform 2012″ auf. Damit unterstrichen die sozial engagierten Vereine symbolisch die Forderung nach einer eigenen Liga für die U23-Profiteams, welche regelmäßig vor nahezu leeren Zuschauertribünen spielen und die Weiterentwicklung von kleineren Vereinen erschweren.

Um sich nun auch sportlich anzunähern gab es das Trainingsspiel in Vorbereitung auf die Saison 2010/2011. Kenner der Teams erahnten den Ausgang des Spiels bereits im Vorraus. Die Jugendprofis von Türkiyem würden gewinnen, außer es passiere ein Wunder. Dieses gab es leider nicht, dennoch erfreulicherweise zumindest ein Tor des Roten Sterns. Türkiyem tat sich am Anfang des Spiels noch schwer und hatte während der gesamten 90 Minuten Schwierigkeiten einen unserer drei eingewechselten Torhüter zu überlisten. Nach 20 Minuten schwand bereits die Kondition der Sterne und das erste Tor fiel für die sympathischen jungen Männer, die derzeit 2mal täglich trainieren. Die weiteren 9 Tore rundeten das Ergebnis dann noch zusätzlich ab.

Ob “Schlüsselszene” oder “Wir gewinnen sowieso”, die knapp 40 angereisten Fans des Roten Sterns feuerten ihr Team sehr gut an. Im Anschluss an das Spiel gab es dank unserer Sponsoren Grillgut und Erfrischungsgetränke für Fans und Spieler beider Teams. Ein wunderbarer Saisonstart!

“Ich finde im Kontext der WM sollte man das alles nicht so politisch betrachten”

Das sehen wir anders…

… weil es, wenn Deutschland verliert, regelmäßig zu Nationalen-Ausschreitungen, -Diskriminierungen und anderen -Widerlichkeiten kommt
für die WM 2010 hier ein kleiner Überblick

… weil das DFB-Team die Fahne der BRD (Nationalfahne!) als Symbol hat
und nicht wie jeder normale Fußball-Verein sich seine Fahne selbst ausgedacht hat

… weil nicht einfach so jeder in der DFB-Auswahl mitspielen darf
man benötigt leider einen deutschen Pass

… weil die von der Mehrheit als nicht-deutsch identifizierten Spieler bei Siegen gelobt, bei Niederlagen gehasst werden
Und das nur die 2 Seiten einer Medaille aufzeigt, bei welcher nach „guten“, weil erfolgreichen und „schlechten“, weil unerfolgreichen „Migranten“ / „Menschen mit Migrationshintergrund“ / „Nicht-BIO-Deutsche“ unterschieden wird

… weil trotz eines positiven Bezugs auf „unsere Multi-Kulti-Truppe“ vergessen wird, dass Menschen inhaftiert sind und abgeschoben werden

… weil der zur WM 2006 verstärkt aufgekommene Nationalismus sich verfestigt hat und somit auch nach dem Ereignis weiter wirkt, wie die Uni Marburg in einer Studie nachgewiesen hat

… weil nach der WM 2006, als Deutschland im Halbfinale gegen Italien verlor, die Umsätze italienischer Restaurants in Berlin schlagartig für 3 Monate zurück gingen

… weil nach der WM 2006, Wirte und Bundesbürger (die als Italiener ausgemacht wurden), teilweise zum ersten Mal in Ihrem Leben Anfeindungen ausgesetzt waren

… weil die Bundesregierung die WM und EM regelmäßig dazu benutzt, um unpopuläre Entscheidungen zu treffen und umzusetzen
bekommt im Deutschland-Feier-Taumel ja eh niemand mit

… weil wir Politik nicht nur als in Parlamenten vorhanden verstehen, sondern als die tägliche Auseinandersetzung mit sozialen Beziehungen!

Und weil das alles mit diesem Staat, der Geschichte, der Welt und dem Zusammenleben aller Menschen zu tun hat sollte jede Person jedes Fußballspiel, wie auch jede andere Äußerung als durchaus politisch und zusammenhängend betrachten. Fußball findet nicht im luftleeren Raum statt! Daher haben Deutschland-Fahnen, -Farben und sonstiger „Deutschland“-Merchandise nichts bei uns zu suchen. Nicht gestern, nicht heute, nicht morgen.

Vorschlag:
- das DFB-Team entwickelt eine eigene Corporate Identity (Unternehmenspersönlichkeit) mit eigenen Farben, eigenem Logo und eigenem Merchandise
- für jeden Fußballspielenden, der ein Fußballtor aus 11-Meter Entfernung trifft, setzt sich der DFB ein die deutsche Staatsbürgerschaft zu erhalten (wenn vom Spielenden gewollt)

12 „Roter Stern“-Teams nehmen am Roten Stern Cup 2010 teil!

… ein paar Beispiele:

ROTER STERN NORDOST BERLIN
Gegründet Ende 2005, um in Berlin ein Gegenpol zu den bisherigen Sportangeboten anzubieten. Wir suchen die Auseinandersetzung mit „rechten“ Einstellungen und diskriminierendem Verhalten. Öffentlich, mit anderen Vereinen und vor Allem bei uns selbst. 128 Mitglieder sind derzeit im Verein und üben und übten seither die Sportarten Fußball, Futsal, Basketball und Tischtennis aus.

„Wir freuen uns auf die Teilnahme von mittlerweile 12 Teams mit dem Namen Roter Stern. Zu unserem 5. Geburtstag können wir uns kaum ein schöneres Geschenk vorstellen als den größten Roten Stern Cup in der Geschichte austragen zu dürfen“, so Julius Martin, Pressesprecher Roter Stern Nordost Berlin.

ROTER STERN FLENSBURG
Gegründet im Frühjahr 2009. Ausschlaggebend waren einige jugendliche Freizeitkickboxer sowie eine Reihe von Fußballern die in diversen Sportvereinen und Freizeitgruppen organisiert waren und ihrer sportlichen Betätigung lieber selbstverwaltet in einem solidarisch organisierten Verein nachgehen wollten. Die Ablehnung von Rassismus und Diskriminierung sind fester Bestandteil unserer Vereinskultur. 60 Mitglieder sind in den Sparten Fußball und Kickboxen aktiv. Eine zweite Fußballmannschaft und ein Frauenteam sind im Aufbau.

„Dem Stern Cup sehen wir mit großer Vorfreude entgegen und fühlen uns sehr geehrt über die Einladung. Wir freuen uns auf den Austausch mit anderen sportlich aktiven Menschen die eine alternative Vereinsstruktur organisiert haben und hoffen befruchtende Eindrücke mit in unseren Vereinsalltag nehmen zu können.“, so Till Arfsten, Vorstandsmitglied Roter Stern Flensburg.

ROTER STERN WEHRINGHAUSEN
Gegründet 1993 von den Jusos in Hagen die gekickt haben und sich dem Verband anschließen wollten. 110 Mitglieder spielen derzeit Fußball, Starball, Basketball, Boule und Les Parcours.

„Mit 17 Jahren sind wir fast erwachsen, aber immer noch Rot, immer noch anders, immer noch kritisch und immer noch nicht verdorben. Wir sind ein Sportverein und wollen ein gutes Beispiel sein, wie man ohne allzu viel Vereinsmeierei dennoch für eine breite Gruppe Menschen viel erreichen kann. Spielen muss Spaß machen ist unsere Devise und ganz wichtig dabei ist: Sport ohne Spacken“, so Uli Schäfer, Präsident Roter Stern Wehringhausen.

ROTER STERN PANKOW
1989 gegründet. Es ist der Versuch, Fußball auf höchstem Niveau zu spielen, ohne den üblichen Vereinszwängen zu unterliegen. Wir existieren seit über zwanzig Jahren jeden Sonntag auf dem Platz und rund um die Uhr in den Herzen und Köpfen seiner rund zwanzig Mitglieder. Es gibt keine Statuten, keine Mitgliederlisten, keine Wahlen und keine Zwänge.

ROTER STERN LÜBECK
Gegründet am 20.08.2008 zur Schaffung einer linken Alternative zur Vereinslandschaft in Lübeck. Bisher haben wir es auf 105 Mitglieder gebracht. Sportarten zur Zeit sind Fußball, Laufen, Radwanderen und Minigolf.

ROTER STERN EISBÄREN
Wann der Rote Stern Eisbären gegründet wurde, wissen wir nicht (mehr). Wir wissen ja nicht einmal, wie so eine Gründung überhaupt funktioniert. Ein eingetragener Verein sind wir nämlich nicht, und auch kein offizieller Fanclub der Eisbären. Deshalb haben wir zudem überhaupt keinen Überblick, wie viele Verrückte sich als RSE-Sympathisant_innen bezeichnen würden. Präsidium, Vorstand, Pressesprecher, Schatzmeister? Fehlanzeige!

Was uns verbindet? Auch diese Frage ist kompliziert zu beantworten. Unsere Lieblingsfarben sind so verschieden wie der Musikgeschmack, und sogar den einen oder anderen Deutschlandfan in unseren Reihen lassen wir unbehelligt – zumindest während der WM. Zu Demos kommen immer ein paar, aber selten immer dieselben Gesichter. Als kleinste gemeinsame Nenner wäre wohl die körperlich-geistige Nähe zur Antifa und zu den Eisbären aufzuzählen. Immerhin – wir setzen Prioritäten!

Bericht: Futsal-Turnier - 30.05.2010

Mit ein wenig Verspätung startete im Rahmen unserer Kampagne “love sports - hate neonazism” unser spontanes Futsal-Turnier an diesem schönen Sonntag. Das erste Spiel bestritt um 11 Uhr FK Sbornaja gegen ein Mixed-Team vom Roten Stern Berlin. Insgesamt reisten 4 Teams aus der Futsal Landes- und Bezirksliga an. Gespielt wurde daher jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel durchgehend 12 Minuten. Zu sehen gab es unter den 32 Toren ein paar wunderschöne, einer der Gründe warum es soviel Spaß macht Futsal nicht nur zu spielen sondern auch von der Seite zu gucken.

Für alle, für die dieser Sport noch unbekannt ist, sei diese kurze Dokumentation ans Herz gelegt.

hin rück
FK Sbornaja - Roter Stern Berlin 0:1 2:4
Brandenburg 03 - Grünauer BC 0:0 0:1
FK Sbornaja - Brandenburg 03 2:1 0:1
Roter Stern Berlin - Grünauer BC 0:1 1:3
FK Sbornaja - Grünauer BC 0:1 0:6
Roter Stern Berlin - Brandenburg 03 0:4 1:3

Abschlußtabelle:

Team Pkt Tore
Grünauer BC 16 12:1
Brandenburg 03 10 9:4
Roter Stern Berlin 6 7:13
FK Sbornaja 3 4:14

Ein kleines Video folgt noch diese Woche…

Friedliches letztes Saisonspiel des Roten Stern Lübeck

rsl-vfblii.jpgAls Highlight zum Schluss der Saison folgt Sonntag, dem 30. Mai 2010 das Spiel im Stadion an der Lohmühle gegen VfB Lübeck III.

Im Hinspiel kam es von Seiten einiger Hooligans, welche sich unter das Publikum des VfB mischten, zu verbalen Entgleisungen, einem Platzsturm und zu Flaschenwürfen gegen unsere Mannschaft, deswegen wurde dieses Spiel wegen Sicherheitsbedenken in das Stadion verlegt. Bundesweite Stadionverbote, von denen ein Grossteil der damaligen Randalierer betroffen sein dürfte, bleiben für diesen Tag bestehen.

Liebe Anhänger: Zeigt, dass wir es nicht nötig haben zu verbaler und körperlicher Gewalt zu greifen. Fussball ist friedlich. Der VfB hat in einem offenen Brief auch nochmal alle Fans aufgefordert, fair zu bleiben und deutlich gemacht, dass Ausschreitungen wie beim Hinspiel in keinster Weise erwünscht sind. Diese Meinung teilen wir selbstverständlich.

Die Saison geht mit vielen Höhen und einigen Tiefen zu Ende. Wir freuen uns, gleich in der ersten Saison nicht nur einem höherklassigen Club in der ersten Pokalrunde einen beachtlichen Fight geliefert zu haben (das Spiel ging nur 0:1 verloren), sondern auch die Saison mit… dem dritten Tabellenplatz in der Kreisklasse D beenden zu dürfen.

Erlebt den RSL in Bestbesetzung in Stadionathmosphäre, peitscht unsere Mannschaft nach vorne, in der Hoffnung, dem unangefochtenen Spitzenreiter und bereits feststehenden Aufsteiger VfB III seine zweite Saisonniederlage beizubringen.

Für die Anhänger des RSL ist der Block F reserviert, Eintritt: 1€, Anpfiff ist um 11:00 Uhr.

Einen offen Brief des Teams von VFB Lübeck an den Roten Stern könnt ihr hier nachlesen.

FORZA RSL!!!

Erneut Spielabbruch beim Roten Stern Leipzig

phoca_thumb_l_sv09-rsl028.jpgDas Bezirksklassespiel SV Mügeln-Ablaß gegen Roter Stern Leipzig ´99 wurde am 24.04.2010 durch den Schiedsrichter in der 80. Spielminute abgebrochen. Grund hierfür waren andauernde antisemitische Schmähungen seitens der Mügelner Anhänger_innen. Seit Spielbeginn riefen diese Parolen wie „Ein Baum, ein Strick, ein Judengenick“ und „Eine U-Bahn bauen wir, von Jerusalem bis nach Auschwitz“. Daneben gab es auch homophobe und nazistische Äußerungen: „Schwule, Schwule, Schwule“, „Scheiß Schwuchteln“, „Zecken vergasen“ und „Frei, Sozial und National“.

Wir sind entsetzt über die offen zu Tage tretende menschenverachtende Gesinnung Mügelner Anhänger_innen. Genannte Äußerungen wurden auch seitens Vereinsvertreter_innen nicht unterbunden.

Die Tatsache, dass Mügelner Verantwortliche den Roten Stern für den Spielabbruch verantwortlich machen wollen, beweist eine völlige Fehleinschätzung der Situation. Ausdruck dessen war die Durchsage des Stadionsprechers über die Lautsprecheranlage, der Rote Stern hätte feige gehandelt.

Darauf angesprochen, meinte er, man müsse über so etwas hinweg schauen. Oliver Kahn wäre schließlich auch mit Bananen beworfen worden und hätte darüber nur gelacht.

Bereits Mitte der ersten Halbzeit wurde das Spiel längere Zeit unterbrochen. In unserem Fanbereich kam es zu diesem Zeitpunkt zu einem aus unserer Sicht unverhältnismäßigen Polizeieinsatz, so dass mehrere Personen auf das Spielfeld flüchteten. Bei diesem Einsatz wurden mindestens fünf Anhänger_innen des Roten Stern verletzt. Noch vor Ort wurden mehrere Anzeigen gegen Polizeibeamte erstattet.

Roter Stern Leipzig `99 e.V.

Presse zu dem Vorfall:

Doku-Archiv: „Eine Ü-Bahn bauen wir“ – Nazi-Sprüche in Mügeln
EPD Ost: DFB: Nach rassistischen Gesängen kommt Spiel in Sachsen vor Sportgericht
Chronikle: “Überhaupt nichts los” in Mügeln
JW: Linke kritisiert ­Verhalten der Polizei
LVZ: SV Mügeln-Ablaß sieht keine Mitschuld
Kopfstoss.FM: Originaltöne aus Leipzig
Tagesspiegel: 80 Minuten rechtsradikale Parolen
MZ-Web: Konsequenzen nach erneuten Fußball-Randalen?
FR: Vor dem Anstoß gab´s den Hitlergruß
Leipziger Internetzeitung: Es hört nicht auf: Stadt, Name, Land mit dem Roten Stern Leipzig
MDR: Erneut Spielabbruch beim Roten Stern
Sport im Osten: Krawalle beenden Spiel SV Mügeln - Roter Stern Leipzig
TAZ: Neonazis provozieren Spielabbruch
SZ: Schon wieder Krach um Fußball mit Rotem Stern
LVZ: „Die ganze Bandbreite“ – RSL-Fan berichtet
MDR: Innenminister kündigt harte Konsequenzen an
Pressemitteilung des RSL vom 25.4.2010

Hallo sportlich Begeisterte,

wir begrüßen Euch auf der Internetseite, der von fortschrittlichen Sportvereinen initiierten Kampagne “love sports - hate neonazism”.

Die Kampagne ist eine Reaktion der Roten Stern Vereine auf rassistische Verunglimpfungen, homophobe Schmähungen, antisemitische Sprechchöre oder anderer Spielarten von Diskriminierungen in Stadien, Hallen und auf Sportplätzen im Allgemeinen. Sowie speziell auf die brutalen Angriffen von Neonazis und Stammtischrassisten auf Spieler oder Fans, wie zum Beispiel in den letzten Jahren geschehen bei Spielen der Vereine Roter Stern Leipzig, Halle und Lübeck.

Wir wollen eine breite Initiative von Sportvereinen und Fangruppen in Gang setzen, die sich für gesellschaftliche Mindeststandards im Sportbereich einsetzt. Mach auch Du mit! Egal ob Du Fan oder Mitglied in einem Verein bist, wenn du aktiv werden willst wende Dich an uns oder sammel deine Freunde um Dich, unterzeichnet die Kampagne, überlegt Euch Aktionen und setzt Euch ein für Diskriminierungsfreiheit beim Sport! Ob Freizeitsport, Amateur oder Profi: die Menschenrechte gelten überall!

Hier kannst Du die “love sport - hate neonazism” - Erklärung lesen.

Die ersten Staments von Prominenten aus Politik, Kunst und Zivilgesellschaft findet Ihr da.

Aktuelle Termine sind in der Rubrik.

Presseerklärungen und -reaktionen könnt Ihr im Pressebereich nachlesen.

Banner, Flashvideo und Druckvorlagen befinden sich hier.

Um Kontakt zu uns aufzunehmen: kontakt (at) lovesport.de

„Nie, nie, nie wieder Brandis“

Demo und Spiel am 7.4.10

Am 7.4. haben sich viele hundert Menschen auf den Weg in die sächsische Provinz gemacht, um gegen die Normalität rechter Einstellungen und hegemoniale Bestrebungen von Neonazis im Leipziger Umland zu demonstrieren. Den Neonazi-Überfall auf AnhängerInnen, Spieler und Offizielle des Sterns sehen wir nicht als „extremistischen“ Überfall, im Gegenteil: Wir wehren uns gegen jeden Extremismusbegriff, da dieser zum einen suggeriert, die TäterInnen kämen gerade nicht aus der „Mitte der Gesellschaft“ sondern von außerhalb über die redliche Stadtgemeinschaft. Eine solche Argumentation entbindet die, die sie tätigen, von jeglicher Verantwortung für Geschehenes und dient einzig dazu, das eigene Gewissen zu beruhigen, „mit solchen haben wir doch nichts zu tun“. Besonders schönes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die Bezeichnung der Angreifer als „Außerirdische“, wie von Vertretern des FSV Brandis geäußert.
Zum anderen stellt die Bezeichnung als „rechte und linke ExtremistInnen“, wie sie gern und allzu oft in Medien in einem Atemzug genannt wird, antifaschistisches Engagement auf eine Stufe mit den Taten und dem Gedankengut der alten und neuen Nazis – so lange dies geschieht, und so lange Neonazis, in Sachsen und überall, AntifaschistInnen angreifen und einschüchtern, so lange es nicht als problematisch angesehen wird, dass Neonazis auch in und über Sportvereine ihre Strukturen ausbauen und ihre menschenverachtenden Ideologien verbreiten, so lange geben wir keine Ruhe! Wir sind solidarisch mit allen Menschen, die in diesen Gegenden leben und trotz ständiger Bedrohung politische Arbeit leisten!
In diesem Anliegen unterstützten uns am Mittwoch hunderte AntifaschistInnen von nah und fern, FreundInnen, SymphatisantInnen und Fans. GAME OVER – KEIN HEIMSPIEL FÜR NAZIS prangte in großen Lettern auf dem Fronttranspi des Zuges, der lautstark vom Bahnhof über den Marktplatz zog. Wie notwendig das Thematisieren gerade der Normalität diskriminierender Einstellungen und besonders neonazistischen Gedankenguts ist, zeigt der Fakt, dass noch an den Tagen vor der Demo Rechte entlang der Route Flugblätter verteilten und vor dem Protest der AntifaschistInnen warnten. Nach Redebeiträgen und Jingles, in denen Neonazi-Strukturen im Leipziger Umland und die Verbindung von Fußball und Neonazis thematisiert wurden, endete die Demo am Sportplatz „Freundschaft“ des FSV in Brandis. Ein Name, an Ironie kaum zu überbieten.
In Beucha angekommen, wohin das Spiel aus Sicherheitsgründen verlegt wurde, begrüßten uns schon viele weitere Menschen, die direkt zum Spiel gekommen waren. Ein Wahnsinnsanblick: Geschätzte 650-700 Menschen auf Seiten des Sterns, Fahnen, Transpis und Banner überall. Unser Team tat sein Übriges: Umjubelt gewannen die Sterne das Spiel mit 2-0 nach Toren von Sebastian Bernhard und Patrick Strozyk.
Noch lange feierten Sterne und FreundInnen nach der Rückkehr auf den Straßen und in den Kneipen des Leipziger Südens – Danke an alle, die sich trotz der Ansetzung des Spiels unter der Woche auf den Weg gemacht haben und uns unterstützten. Danke an alle, die besonders weit angereist waren - Flensburg, Hamburg, Berlin, Rostock, Erfurt, Göttingen, Jena, Aue… Kein Fußbreit den Faschisten - niemals, nirgends!

Red Star Supporters Club

Das richtige Zeichen! Danke an alle Supporter! Kein Fußbreit den Faschisten!

Roter Stern hat es geschafft und den Pflichtsieg beim FSV Brandis eingefahren! Die emotional natürlich extrem aufgeladene Wiederholungspartie gegen den Tabellenletzten fand diesmal nicht in Brandis statt, sondern im benachbarten Beucha. Da es in der Gegend anscheinend nicht nur generell ziemlich finster aussieht, sondern offenbar auch die Sonne eher untergeht als andernorts, war das Spiel für 18.15 Uhr angesetzt worden – weitere Spiele des Tages begannen eine Viertelstunde später. Ein Schelm wer da an Schikane und einen Zusammenhang zur antifaschistischen Demo des Red Star Supporters Club denkt, die ab 17 Uhr durch Brandis zog. Da es sich der Schiri nicht nehmen ließ überpünktlich anzupfeifen, verpassten rund 500 Teilnehmer der Demo die ersten 30 Minuten. Insgesamt waren es letztlich über 650 Leute auf RSL-Seite bei gut 800 Zuschauern.

Unsere Mannschaft zeigte sich motiviert und überzeugte mit einer engagierten und kämpferischen Leistung. Gegen einen sich in der Defensive einigelnden FSV Brandis waren die Sterne über 90 Minuten drückend überlegen, kamen mehrfach zu guten Gelegenheiten und ließen vom Gegner selbst gar nichts zu. Dennoch dauerte es bis zur 42. Spielminute, bis wir endlich jubeln konnten. Dann rammte Sebastian Bernhard nach einem Eckstoß das Leder unhaltbar ins Netz zur 0-1 Führung.

Nach der Halbzeit dauerte es nicht mehr lange bis zur Entscheidung. Nach 52 Minuten schlug Steve Oehme einen wunderbar getimten Ball auf Patrick Strozyk und der bewies verloren geglaubte Qualitäten, indem er großartig den Ball mit der Brust runterflückte und unhaltbar in die Maschen drosch. 0-2 für die Sterne, das Spiel war entschieden. Im weiteren Verlauf wurden noch einige Möglichkeiten vergeben, herausragend dabei Sebastian Bernhards 20-Meter-Knaller an die Querlatte.

Jetzt haben wir dieses komische Spiel endlich hinter uns gebracht, können Mannschaft wie Fans den Kopf frei kriegen und gemeinsam nach vorne schauen.

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