Mügeln/Ablaßer Berufung abgewiesen

Das Verbandsgericht des Leipziger Fußballverbands hat am Dienstagabend die Berufung des SV Mügeln/Ablaß gegen die Wertung des abgebrochenen Bezirksklasse-Punktspiels gegen Roter Stern Leipzig abgewiesen. In einem weiteren Urteil des Abends wertete das Leipziger Sportgericht die Partie Roter Stern Leipzig gegen FSV Oschatz mit Niederlagen für beiden Mannschaften und verhängte jeweils 200 Euro Geldstrafe.

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Platzverweis in Leipzig

Das für heute angesetzte Spiel Roter Stern Leipzig gegen FSV Oschatz fand nicht statt. Die Mannschaft des FSV Oschatz hat sich vor Ort entschieden nicht anzutreten und reiste wieder ab. Hintergrund ist, dass wir einem Spieler des FSV Oschatz auf Grundlage unseres Hausrechtes und der Ausschlußklausel für Veranstaltungen den Zutritt zu unserem Sportgelände verweigert haben.
Diese Klausel besagt, dass wir uns als Veranstalter vorbehalten, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten / neonazistischen Parteien oder anderen rechten / neonazistischen Organisationen angehören, der rechten / neonazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung verwehren oder von dieser ausschließen.
Bei einem Spieler des FSV Oschatz liegen uns Erkenntnisse vor, dass dieser zum beschriebenen Personenkreis zählt.
Wir haben bereits in der vergangenen Woche den Gastverein sowie den Fussballverband auf diesen Sachverhalt hingewiesen und den FSV Oschatz aufgefordert, uns zu unterstützen und besagten Spieler für das heutige Spiel nicht zu nominieren. Leider ist der Verein dieser Bitte nicht nachgekommen und mit dem Spieler angereist. Wir bedauern, dass auf Grund dessen das Spiel heute nicht stattfinden konnte.

Quelle:
Roter Stern Leipzig

Lebhafte Diskussion im Gästebuch vom RSL

Presse zum Thema:
Fußball nur ohne Rassisten
Roter Stern Leipzig: Spielabsage wegen Nazi-Verdacht
Roter Stern Leipzig: Spiel-Boykott gegen Oschatz
Spielabsage: Roter Stern verweigert angeblichem Neonazi vom FSV Oschatz den Zutritt
Roter Platzverweis

Ultra-suspekt: Fans

“Der ideale Gesamtfan sitzt sittsam auf seinem teuren Tribünenplatz, ohne die Fußball-Show auf dem Rasen zu stören, konsumiert brav alles, was ihm vorgesetzt wird und macht dabei möglichst wenig Lärm. So wünschen sich die meisten Vereine ihre Kundschaft. Klappt aber nicht”
[…]
“Die deutschen Roter Stern-Vereine wollen nun mit einer bislang einzigartigen Initiative namens „Love Sports, hate Neonazism“ dafür sorgen, dass Rassismus und Diskriminierung auch im Amateurfußball eingedämmt werden. Ihr Haupt-Ansatzpunkt ist unter anderem eine Neuregelung der Platzvergabe, bei der in den meisten Städten und Gemeinden die großen, finanziell besser gestellten Clubs bevorzugt werden. Für Freizeit-Vereine wie die Roten Sterne oder andere politisch aktive Mannschaften ist es besonders schwer, Trainingsmöglichkeiten zu erhalten.
Das Konzept der Roten Sterne sieht nun vor, „die Platzordnungen und Sportanlagennutzungsverordnungen um einen Passus zur Förderung von Sportvereinen erweitert wird, die zivilgesellschaftliche Standards umsetzen und sich dem Engagement gegen Diskriminierung widmen.””

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Krawalle in der Bezirksklasse

In Schildau im Landkreis Nordsachsen ist es am Mittwochabend nach einem Fußballspiel zwischen dem TSV 1862 Schildau und Roter Stern Leipzig zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und der Polizei gekommen. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, wurden zwei Beamte leicht verletzt. Neun Fußballfans seien festgenommen worden.
[…]
Fans von Roter Stern Leipzig waren der Polizei zufolge nicht an den Angriffen beteiligt.

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Unter dem Roten Stern

“700 Zuschauer waren zum Heimspiel Roter Stern Leipzig gegen Mügeln gekommen. Sie spannten Transparente und Banner: “Love Football - Hate Fascism”. Der Fußball geriet zur Nebensache in jenen Oktobertagen - eine Woche zuvor hatten im 20 Kilometer entfernten Brandis rechte Schläger buchstäblich Jagd auf Roter Stern gemacht, auf dem Spielfeld, auf die Fans. Ganz Mediendeutschland schaute einmal mehr schaudernd in die ostdeutsche Fußballprovinz.

[…] Deutschlandweit gibt es inzwischen mehr als zwei Dutzend Klubs, die Fußball unter dem Zeichen des Roten Sterns spielen. Der Leipziger ist nicht der älteste Verein, dennoch inzwischen zum Vorbild, zu einem Ideengeber geworden.”

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Erneut Spielabbruch beim Roten Stern Leipzig

phoca_thumb_l_sv09-rsl028.jpgDas Bezirksklassespiel SV Mügeln-Ablaß gegen Roter Stern Leipzig ´99 wurde am 24.04.2010 durch den Schiedsrichter in der 80. Spielminute abgebrochen. Grund hierfür waren andauernde antisemitische Schmähungen seitens der Mügelner Anhänger_innen. Seit Spielbeginn riefen diese Parolen wie „Ein Baum, ein Strick, ein Judengenick“ und „Eine U-Bahn bauen wir, von Jerusalem bis nach Auschwitz“. Daneben gab es auch homophobe und nazistische Äußerungen: „Schwule, Schwule, Schwule“, „Scheiß Schwuchteln“, „Zecken vergasen“ und „Frei, Sozial und National“.

Wir sind entsetzt über die offen zu Tage tretende menschenverachtende Gesinnung Mügelner Anhänger_innen. Genannte Äußerungen wurden auch seitens Vereinsvertreter_innen nicht unterbunden.

Die Tatsache, dass Mügelner Verantwortliche den Roten Stern für den Spielabbruch verantwortlich machen wollen, beweist eine völlige Fehleinschätzung der Situation. Ausdruck dessen war die Durchsage des Stadionsprechers über die Lautsprecheranlage, der Rote Stern hätte feige gehandelt.

Darauf angesprochen, meinte er, man müsse über so etwas hinweg schauen. Oliver Kahn wäre schließlich auch mit Bananen beworfen worden und hätte darüber nur gelacht.

Bereits Mitte der ersten Halbzeit wurde das Spiel längere Zeit unterbrochen. In unserem Fanbereich kam es zu diesem Zeitpunkt zu einem aus unserer Sicht unverhältnismäßigen Polizeieinsatz, so dass mehrere Personen auf das Spielfeld flüchteten. Bei diesem Einsatz wurden mindestens fünf Anhänger_innen des Roten Stern verletzt. Noch vor Ort wurden mehrere Anzeigen gegen Polizeibeamte erstattet.

Roter Stern Leipzig `99 e.V.

Presse zu dem Vorfall:

Doku-Archiv: „Eine Ü-Bahn bauen wir“ – Nazi-Sprüche in Mügeln
EPD Ost: DFB: Nach rassistischen Gesängen kommt Spiel in Sachsen vor Sportgericht
Chronikle: “Überhaupt nichts los” in Mügeln
JW: Linke kritisiert ­Verhalten der Polizei
LVZ: SV Mügeln-Ablaß sieht keine Mitschuld
Kopfstoss.FM: Originaltöne aus Leipzig
Tagesspiegel: 80 Minuten rechtsradikale Parolen
MZ-Web: Konsequenzen nach erneuten Fußball-Randalen?
FR: Vor dem Anstoß gab´s den Hitlergruß
Leipziger Internetzeitung: Es hört nicht auf: Stadt, Name, Land mit dem Roten Stern Leipzig
MDR: Erneut Spielabbruch beim Roten Stern
Sport im Osten: Krawalle beenden Spiel SV Mügeln - Roter Stern Leipzig
TAZ: Neonazis provozieren Spielabbruch
SZ: Schon wieder Krach um Fußball mit Rotem Stern
LVZ: „Die ganze Bandbreite“ – RSL-Fan berichtet
MDR: Innenminister kündigt harte Konsequenzen an
Pressemitteilung des RSL vom 25.4.2010

Sternzeichen gegen Rechts

“In Leipzig existiert ein dezidiert linker Szene-Verein, der eine erstaunlich große Fangemeinde hat und dessen erste Mannschaft immerhin in der Bezirksklasse spielt. Vor allem bei Auswärtsspielen bekommt es der Rote Stern Leipzig aber immer wieder mit rechter Gewalt zu tun. Jetzt geht der Verein mit einer Kampagne gegen Nazis in die Offensive.”
[…]
“Unter dem Titel »Love sport, hate neonazism« veröffentlichten vor kurzem zehn Roter-Stern-Vereine ihre Forderungen an den DFB, die deutsche Fußballiga DFL und die Politik.”
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“Wir kommen in die Presse, wenn unsere Spieler verprügelt werden - das ist die falsche Priorität”

Die Kampagne “Love Sports - hate Neonazism” verbreitet den Geist, aus dem heraus die “Roter Stern”-Sportvereine gegründet wurden, die zum Teil seit fünfzig Jahren in Deutschland aktiv sind: Sportbegeisterung in einem Umfeld auszuüben, dass sich explizit gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus ausspricht und demokratische Kultur auch im Sportbereich leben will.

Von Simone Rafael

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Neue Initiative gegen Nazigewalt im Fußball

„love sports - hate neonazism“ – Unter diesem Motto startet heute eine überregionale Kampagne zur Förderung alternativer Fußballklubs, gegen rechte Gewalt und Rassismus. Hintergrund sind regelmäßige Neonaziattacken vor allem auf Klubs und Fans, die sich offen gegen Rechts engagieren.

Von Johannes Radke

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„love sports - hate neonazism“ - Kampagnenstart

Sportinitiativen fordern gesellschaftliche Mindeststandards im Sportbereich
Pressemitteilung, Berlin den 25. Februar. 2010.

Immer wieder gibt es Sportvereine die angriffen von Neonazis ausgesetzt sind. So traf es zum Beispiel in der laufenden Saison die Roten Stern-Vereine in Leipzig und Lübeck. Unter dem Motto „love sports – hate neonazism“ planen wir das Engagement für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung zu bündeln. Im Jahr 2010 wird es eine Reihe von Aktivitäten geben.

Am 11. Oktober 2009 haben Neonazis bei dem Spiel Roter Stern Lübeck gegen VfB Lübeck III den Hitlergruß gezeigt, Spieler angespuckt und Flaschen geworfen. Am 24. Oktober 2009 beim Auswärtsspiel gegen den FSV Brandis griffen kurz nach Spielbeginn 50 vermummte Neonazis die Spieler und Fans des Roten Stern Leipzigs an und verletzten 3 schwer.

Gerade Teamsport fördert gesellschaftliche Integration und politische Willensbildung. In den Mannschaften wird zusammen gespielt und Gesellschaft gelebt.

Probleme mit den sich Fans und Vereine in der Praxis rumärgern müssen sind in erster Linie:

Platzvergabe: Bei der Vergabe von Platz- und Hallenzeiten darf nicht nur der Erfolg und die Masse der Mitglieder ausschlaggebend sein. Daher fordern wir das die Platzordnungen und Sportanlagennutzungsverordnungen um den Passus von zivilgesellschaftlichen Standards und dem Engagement gegen Diskriminierung erweitert werden.

Raumvergabe in öffentlichen Einrichtungen:
Es ist derzeit so, dass Jugendliche und junge Erwachsene für die Nutzung von Räumlichkeiten Geld bezahlen müssen.

Politische Symbolik in Stadien:
Unverständlich ist, dass Transparente und Zaunfahnen, die sich gegen Diskriminierung und Neonazismus richten aus den Stadien verbannt wurden und werden. Diese politischen Symbole darf man nicht verbieten, sondern sollten eine willkommene Botschaft für ein positives Miteinander sein.

Kollektive Stadionverbote:
Am 30. Oktober 2009 hat der BGH beschlossen, dass Stadionverbote auf Verdacht rechtmäßig sind. Diese kollektive Sippenhaft ist eine verschärfte antidemokratische Maßnahme und ein nicht hinzunehmender Verstoß gegen die individuellen Grundrechte jeden Bürgers.

Die Presseerklärung als pdf.

 

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