Die „Zweite“ des Roten Sterns durfte nach der Pfingstpause am Sonntag wieder in der TU-Liga ran. Mit dem FC Real Internacional wartete der Tabellenfünfte, welcher im Hinspiel einen 3:1-Erfolg einfahren konnte. Einmal mehr war die Hans-Rosenthal-Sportanlage in Charlottenburg Ort des Geschehens, auf der die Sterne ihren zweiten Saisonsieg einfahren wollten.
Die Spieler des Sterns ließen vom ersten Betreten des Kunstrasens an merken, dass sie punkten wollen. Nach dem gewissenhaften und intensiven Aufwärmen lauschten sie noch einmal aufmerksam den motivierenden Worten des neu gewählten Kapitäns Georg S.. Trotz einiger kurzfristiger Absagen wurde ein schlagkräftiges Team auf den Platz gebracht, das sofort in das Spiel fand. Insbesondere die neu formierte Defensive wirkte dank des Ersatzabwehrchefs Francesco, der eigentlich im Offensivbereich zu Hause ist, und der hervorragenden Leistung der defensiven Mittelfeldspieler Tobi und Arthur sehr stabil. Lediglich zwei mal kamen die Gegner in der ersten halben Stunde zu einem gefährlichen Abschluss: nach einem Aussetzer in der Innenverteidigung parierte Keeper René im Eins-gegen-Eins und ein Schuss aus knapp 25 Metern zischte nah am Winkel vorbei. Auf der Gegenseite verpasste es Georg S. bereits nach 8 Minuten frei vor dem Torwart einzunetzen. Der mit vollem Risiko volley genommene Schuss ging knapp deneben. Viele der guten Konterchancen des Roten Sterns verpufften leider aufgrund unpräziser Abspiele auf den letzten Metern, so waren es vorallem die Standardsituationen, die für wirkliche Gefahr sorgten. Knapp eine halbe Stunde war gespielt als Tobis Schuss nach einem Eckball kurz vor der Linie abgeblockt wurde. Nur wenige Minuten später verweigerte der ansonsten gut pfeiffende Schiedsrichter den Sternen einen Elfmeter, als ein Spieler – abermals bei einer Ecke – deutlich mit beiden Händen am 5-Meter-Raum umgestoßen wurde. Passend zum Spielverlauf war es dann eher Zufall, dass der Ball zum ersten Mal im Tor landete. Nach einem Handspiel von Arthur in zentraler Position vor dem eigenen Tor, stellten einige der Akteure des Roten Sterns bereits den Spielbetrieb ein, der Schiedsrichter ließ jedoch richtigerweise Vorteil laufen. Der Offensive Mittelfeldspieler Real Internacionals nahm den auftropfenden Ball aus 22 Metern direkt, traf den Pfosten, dann den Rücken des hinterher hechtenden Keepers und von dort aus in das Tor. Mit diesem 0:1 ging es dann in die Halbzeitpause.
Pausentee und Kabinenansprache schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Der Rote Stern nahm direkt nach Wiederanpfiff das Heft in die Hand und spielte sich mehrfach sehenswert Richtung gegnerisches Tor. In der 56. Minute kam es folgerichtig zum hochverdienten Ausgleichstreffer. Nach einer ansehnlichen Doppelpassstafette zwischen Karl und Georg S. tauchte zweitgenannter frei vor dem Torhüter auf und vollstreckte mit einem strammen Vollspannschuss in das lange Eck zum 1:1. Anstatt den Druck aufrecht zu erhalten, ließen die Sterne nun wieder locker. Daher dauerte es auch nur 5 Minuten, bis Torhüter René zum zweiten Mal hinter sich greifen musste. Einen Weitschuss konnte er aufgrund des nassen Balles und des zunehmenden Seitenwindes nur abprallen lassen. Diese Chance ließ sich der gegnerische Stürmer nicht entgehen und schob aus kurzer Distanz zum 1:2 ein. Einmal mehr hieß es nun Ruhe bewahren und versuchen wieder zurück in das Spiel zu finden – und das gelang auch. Nach einer Notbremse eines Innenverteidigers Real Internacionals gab der Schiedsrichter Freistoß aus knapp 18 Metern, sprach allerdings nicht einmal eine Verwarnung aus. Den fälligen Freistoß zog Daniel scharf und mit viel Schnitt auf das Torwarteck. Mit einer sehenswerten Flugeinlage versuchte Tobi den Ball noch mit dem Kopf zu erwischen, der erhoffte Ballkontakt und die Belohnung blieben leider aus womit das Kunstleder um einen Meter am Pfosten vorbeisegelte. Der direkte Gegenzug Real Internacionals brachte eine Ecke ein, welche die Niederlage besiegeln sollte. Der hereingeschlagene Ball rotierte nach einem Gewühl an der Ecke des Torwartraums Richtung Kasten, der am Pfosten postierte Außenverteidiger Bev schaffte es nicht mehr rechtzeitig zu klären. Nach diesem 1:3 schmiss der Rote Stern alles nach vorn, die erfolgsversprechenden Chancen von Georg, der inder 82. Minute frei vor dem Keeper auftauchte, und Francesco, welcher es aus 20 Metern mit Gefühl probierte, konnten jedoch nicht in Tore umgemünzt werden. Am Ende war es auch glücklich, dass Real Internacional kein Kapital aus den eigenen Kontern schlagen konnte und der Schiedsrichter auch dem Gegner einen Elfmeter verweigerte.

Trotz großem Einsatz, einer starken Defensivarbeit und schnellem, direkten Offensivspiel hat es wieder nicht für Zählbares gereicht
Obwohl es wieder nicht für Zählbares gereicht hatte und der Rote Stern mit 4 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz verweilt, gingen die Spieler mit erhobenen Kopf und positiver Grundeinstellung vom Platz. Zum einen zeigte man eine ansprechende Defensivleistung, die lediglich durch zwei Abpraller nach Distanzschüssen und einer Standardsituation in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zum anderen wurde mit viel Spielwitz und möglichst direkt nach vorn gespielt. Aus dieser Niederlage lässt sich etliches Positives mitnehmen, das für die noch ausstehenden sechs TU-Liga-Spiele Mut und Lust auf mehr macht.



