Die Revanche ist gelungen! In Beucha genauso wie gegen Hertha 03 Zehlendorf. Nun gilt es die kommenden Aufgaben mit dem nötigen Ernst und der uns eigenen Chuzpe in Angriff zu nehmen. Der nächste Meilenstein auf dem Weg zum Aufstieg in die Landesliga heißt VfB Einheit zu Pankow 1893. Ein Verein mit unrühmlicher Tradition…
Am 10. August 1893 gegründet, gehörte der VfB Pankow zu den Gründungsvereinen des Deutschen Fußballbundes (DFB). Einige Zeit lang waren die Pankower Kicker in der Oberliga Berlin aktiv. In den 20er Jahren blieb dann der Erfolg aus. Und wie bei den meisten deutschen Fußballklubs ist in den Vereinschroniken kaum ein Wort über die Zeit des Nationalsozialismus nach zu lesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf beiden Seiten der Mauer wiedergegründet. Dabei avancierte der in Ostberlin beheimatete Verein zum Lieblinsgklub der DDR-Bonzen.
Anstelle des aufgelösten VfB wurde noch 1945 die Sportgemeinschaft Pankow-Nord gegründet. Diese spielte ab 1947 in der Berliner Stadtliga und durfte ab 1948 wieder den Namen VfB Pankow führen. Nach dem Rückzug 1950 aus der gesamtberliner Stadtliga in die höchste DDR-Fußball-Liga, die so genannte DDR-Oberliga brach der VfB dort fast alle Minusrekorde: In 34 Spielen holte er zwei Siege und drei Unentschieden. Alle Auswärtsspiele wurden verloren. Er erzielte ein Torverhältnis von 29:131, für 588 Minuten blieb die Mannschaft ohne Torerfolg.
Die DDR-Sportführung war jedoch entschlossen, weiterhin eine Berliner Mannschaft in der höchsten Fußballklasse spielen zu lassen, nachdem neben dem VfB auch Union Oberschöneweide (der Vorgänger von Union Berlin) und Lichtenberg 47 zu den Absteigern gehörten. Am 13. August 1951 veröffentlichte die Sektion Fußball der DDR ein Kommuniqué, in dem mitgeteilt wurde, dass die BSG Einheit Nordost Berlin in die Oberliga aufgenommen wird. Als Begründung hieß es unter anderem: “Das Präsidium der Sektion Fußball ließ sich davon leiten, dass Berlin als politisches, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum der DDR in der Oberliga vertreten sein muß.” Überraschenderweise trat zu Beginn der Oberligasaison 1951/52 eine Mannschaft namens BSG Einheit Pankow mit etlichen Spielern des abgestiegenen VfB Pankow an, daneben auch wieder Oberschöneweide als BSG Motor.
Wenn sich heutzutage ostdeutsche Fußballfans gerne im nachhinein über den Schummelmeister BFC aufregen, sollten sie dabei nicht vergessen, dass Einheit Pankow und Union Oberschöneweide die ersten beiden Klubs waren, denen von der Staatsführung wohlwollend unter die Arme gegriffen wurde. Nur damals lohnte es sich noch nicht! Im zweiten Jahr in der DDR-Oberliga wurden die Pankower wieder Tabellenletzter und mussten nun unwiderruflich absteigen. Nur durchschnittlich 2.400 Zuschauer besuchten die Spiele auf dem Paul-Zobel-Sportplatz. Einzig und allein der Pankower Torhüter war eine Wucht. Karl-Heinz-Spickenagel, von seinen Fans auch Kalle genannt, gewann einige Jahre später als Torwart des ASK Vorwärts Berlin dreimal die DDR- Meisterschaft. Seine letzte Meisterschaft konnte er in der Saison 1961/62 erringen. Das „Endspiel“ am Schlusstag gewann der ASK mit 3:1 Toren an der Ostsee gegen den Vizemeister SC Empor Rostock, dem Vorgängerverein des FC Hansa Rostock.
Einheit Pankow sollte zuvor, durch ein weiteres undurchsichtiges Manöver, noch die Möglichkeit erhalten, das Endspiel des DDR-Pokalwettbewerbes am 14. September 1952 in Berlin zu bestreiten. Sportlich waren die Pankower im Halbfinale gegen Lok Stendal ausgeschieden, doch wurde am Tag vor dem Finale festgestellt, dass die Stendaler einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatten und wurden deshalb disqualifiziert. Gegen den Vizemeister Volkspolizei Dresden hatten die Pankower trotz des Heimvorteils keine Chance und unterlagen vor nur 18.000 Zuschauern klar mit 0:3.
Unser Lokalderby hat also auch eine historische Dimension so wie damals als David gegen Goliath antrat. Packt also eure Steinschleudern ein! Schon im Hinspiel fielen die Pankower ja als gewitzte Paragrafenreiter auf, und versauten uns damit eine zweite Halbzeit sowie ein zweistelliges Ergebnis. Am Montag kommen sie uns nichtso leicht davon! Anstoß ist um 19:15 auf dem Kunstrasenplatz 1 in der Buchholzer Straße 1. Wir fahren natürlich geschlossen zum Spiel, für weitere Informationen fragt einfach bei uns nach…
Eure Fangemeinschaft Nordost.