Fangemeinschaft Nordost

Roter Stern Ultras

Archive for March, 2010

Revanche!

Morgen kommt mit Hertha 03 Zehlendorf jener Gegner ins heimische Rund, der uns in der Hinrunde die einzigste Niederlage bescherrt hat. Der derzeitige Tabellensechste hat zwar elf Punkte Rückstand auf unsere Goldfüße, aber das ist selbstverständlich kein Grund schlampig zu werden…

Äußerst schlampig dagegen war eine Journalistin beim Verfassen eines Beitrages zur Kampagne ‘love sport - hate neonazism!’ gewesen. Im Artikel “Sternzeichen gegen Rechts”aus der aktuellen Jungle World schreibt Elke Wittich: “Bisher waren die Vereine, die den Roten Stern im Namen trugen, nicht durchgängig miteinander vernetzt gewesen. Als die Berliner ihren Club gründeten, hatten sie zwar die Unterstützung der Leipziger Kollegen, auf deren Satzung man unter anderem aufbaute. Nun aber hat sich das durch die Gründung einer Fangemeinschaft geändert, mittlerweile existieren darin schon 22 ähnliche Vereine.

Frau Wittich, wir sind die Fangemeinschaft des Roten Stern Nordost Berlin, jenen Verein den sie auch noch fälschlicher Weise in ihrem Artikel durchgängig als Roter Stern Berlin  bezeichnen. Es steht ja auch groß und deutlich auf dieser Seite hier: Fangemeinschaft Nordost. In unserer Blogroll verweisen wir auf Projekte und Initiativen die wir gut finden, dies läßt aber keine weitere Art der übergeordneten Organisierung vermuten. Dachten wir jedenfalls bisher. Vieleicht, Frau Wittich, hätten sie sich mal die Mühe gemacht, einfach bei uns nachzufragen…

Nunja, wir wollen ja weder die Butter, noch den Fisch beleidigen, weshalb wir etwas mitleidig in richtig Scholle Kreuzberg winken, und zum Abschluß ein Gedichtelein aus unserer Schulzeit rezitieren:

Der edle Steinbutt sprach zum Störe: “Dein Renommieren macht mir Pein.”
Du brüstest dich, soviel ich höre, Der Menschheit liebster Fisch zu sein.
Verbrechen nenn’ ich das, ein schweres; Solch Wort zu dulden höchste Schmach.
Mich nennt man den “Fasan des Meeres” - Geh, frag in allen Klöstern nach!
Ich bin der Stolz der Fischfamilie; Das heißt der Kochkunst höchster Sieg,
Wenn ich im Kranz von Petersilie. In eitel Buttersauce lieg’.”

Und kiemenzuckend sprach zur Scholle. Nicht ohne ärger jetzt der Stör:
“Wie findst du dieses hochmutsvolle Geschwätz des Steinbutts? Quel erreur!
Ich lass den armen Planscher schwafeln - Wer weiß, er hat den Sonnenstich.
Am Silberspieß auf Fürstentafeln. Und meist gespickt erscheine ich.
Beim Prunkdiner der Majestäten. Mich reicht man stets nach altem Brauch;
Und schlimmstenfalls Geheimen Räten. Füll’ ich den runden Schlemmerbauch.”

“Nicht möcht’ ich andre degradieren,” Sprach da der Aal zum Kabeljau,
“Doch dieses öde Renommieren - Ich mag es nicht, mir wird ganz flau.
Nicht daß ich Fürst und Räte hasse, Doch fehlt mir der Lakaiensinn;
Ich halt’ es lieber mit der Masse, Der in Gelee ich wertvoll bin.
Dem Volke bin ich Freudenmehrer, Geräuchert oder auch in Bier;
Und zählt Ihr ehrlich die Verehrer - Beim Schlamm! so hab’ ich mehr als Ihr!”

Ein Hering, der bei Eckernförde, Beschaulich in die Ostsee schwamm,
Der sprach, als er den Wettstreit hörte: “Meschugge seid ihr allzusamm’!
Gespickt, gebraten und gesotten - Das ist das Ende doch vom Lied!
Ob Lachs vom Rhein, ob Kieler Sprotten -Wo ist des Schicksals Unterschied?
Seid nicht so hoch- und rümpfe-näsig, Das Netz wird schlichten euren Zwist,
So hinterlistig und gefräßig, Wie nun einmal die Menschheit ist! …”

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Reife Leistung!

Wir schalten um, zu unserem Korrespondenten in Berlin: “Souverän, ganz souverän die Tabellenführung verteidigt. Die Ostberliner mit dem gewissen Rotlichtcharme haben dank der 3-Punkte in Spandau einen der wichtigsten Konkurrenten um den Aufstieg weit zurückgeworfen. Potenziell steht der Mannschaft im Kampf um die Meisterschaft eigentlich nur noch die eigene Dummheit bzw. Faulheit im Wege… Wer zum Teufel ist da schon Hertha?“ Marcel Reif muss erst einmal einen Schluck Weißbier wegbechern zwecks Befeuchtung der Kehle. “Wenn der Trainer mit der Mannschaft so weiterarbeitet, dann können sie sich nur noch selber ein Bein stellen. Der Staffelfavorit TC Glimmer ist weit abgeschlagen, einzig die Jungs von der Volkssportgemeinschaft Weberwiese 1972 haben noch eine kleine Chance dem Tabellenführer etwas unter Druck zu setzen.” Marcel schaut weitsichtig über das satte Grün. “Aber wie wollen die altersschwachen Freizeitsportler aus Friedrichshain den Jungprofis aus Pankow das Wasser reichen? Dazu bedarf es schon einer tödlichen Schweinegrippe oder eines Flugzeugabsturzes wie damals 1958 in München.” Plauder-Reifen, wie ihn seine Feinde nennen, spuckt verächtlich in sein Napf. “Allein die vorausschauende Jugendarbeit des Berliner Vorortvereins würde selbst solche Eventualitäten einen Strich durch die Rechnung machen. Schon vor Jahren wurde der Verein derart professionell aufgestellt, dass es da wohl keine Möglichkeit gibt mit fairen Mitteln diesen Siegeszug zu stoppen. Der Ball rollt, und das Eckige hat schon längst Bammel…

Kaum fünf Tage später kam der Reif etwas zu kurz. Der Gegner war auf dem Feld einfach nicht zu sehen, der Ball lief über den Platz gänzlich ohne das seine sonore Stimme auch nur einmal laut geben musste. Nach einer ewig kurzen Pause, rang er sich aber doch noch zu einem Satz durch: ”In einer Minute sechs Tore, was können wir als Kassenpatienten mehr verlangen!” Und jetzt folgt die Werbung…

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08397B

Im Sommer 1969 reiste der erste deutsche Sportverein zu einem offiziellen Besuch nach Israel: der FC Bayern Hof. Eine außergewöhnliche Idee, nicht nur in sportlicher Hinsicht, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Versöhnung und Völkerverständigung. 40 Jahre danach rekonstruiert der Dokumentarfilm 08397B den Weg der Bayern durch Israel. Der ehemalige Vorsitzende und Organisator der Reise, Franz Anders, besucht Spielorte und symbolträchtige Plätze und trifft Zeitzeugen.

Am Sonntagnachmittag, 14. März, um 15:30 Uhr zeigt das Fußballfilmfestival 11mm im Kino Babylon in Berlin-Mitte die Uraufführung der Dokumentation von Götz Gemeinhardt. Im Anschluss findet eine Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Manfred Lämmer von der Deutschen Sporthochschule Köln, Uwe Klimaschefski (ehemaliger Trainer von Hapoel Haifa) und Abraham Klein (Ex-FIFA-Schiedsrichter aus Israel) statt.

Infos zu 08397B findet Ihr auf www.08397b.de, Festivalinfos auf www.11-mm.de

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Englische Wochen bei RSNOB!

Die drei dünnsten Bücher der Welt stammen aus Europa; das dünnste ist der Wälzer über den deutschen Humor, danach kommt das kurzweilige Drama über die italienischen Heldentaten, und daran schließt sich schlußendlich das Buch über die englische Küche an. Keine zwei Seiten, inklusive Impressum, Vorwort und Anhang, bekommt man für dieses kulinarische Verbrechen zusammen. Trotzdem hat sich der Kellner des Ganzen, aka der Berliner Fußballverband (BFV), für die nächsten Monate entschieden Englische Wochen den Vereinen in der Freizeitliga aufzutischen. Getreu dem Motto, es wird halt eben gegessen, was auf den Teller kommt, hat sich der Rote Stern bereit erklärt diese durchtriebene Folter über sich ergehen zu lassen. Und somit sind auch wir gefragt!

Go West! Wir folgen unseren Goldfüßen am Samstag sowie am Montag in den tiefsten Westen dieser Stadt. Zunächst einmal müssen wir jetzt am Sonnabend nach Charlottenburg, und am kommenden Montag geht’s dann nach Spandau bei Berlin!

In Charlottenburg spielt unsere Mannschaft gegen den Tabellenzwölften, den SC Schmargendorf 09, auf historischen Grund: der Hans Rosenthal-Sportanlage. Der beliebte Moderator von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendungen musste sich während des Nationalsozialismus aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit versteckt halten. Es ist uns deshalb eine große Ehre dort spielen zu dürfen. Das Spiel startet um 12:20 auf dem Kunstrasenplatz 3 innerhalb der Sportanlage. Am besten gelangt ihr über den S-Bahnhof Eichkamp dorthin.

Wenn wir am Sonnabend erfolgreich sind, folgt dann am Montag das absolute Spitzenspiel gegen den derzeitigen Tabellenzweiten TC Glimmer um den ersten Tabellenplatz. Gegen unseren ärgsten Verfolger haben wir das zweite Flutlichtspiel der Saison! Stattfinden wird es um 19:30 auf dem Kunstrasenplatz 2 in der Sportanlage Grüngürtel. Die befindet sich am Askanierring 149, und am besten gelangt man dorthin mit einer Pferdekutsche!

Zum Abschluß unserer “Go West”-Tour wollen wir dann unsere Freunde von Tennis Borussia Berlin im Mommsenstadion besuchen. Am Freitag, den 12. März 2010, kommt nämlich unser Lieblingsfeind, der Hallesche FC, um den Exil-Ostberlinern in Westberlin drei Punkte zu entführen. Während Tebe derzeit gegen die Insolvenz spielt, hat der HFC sogar noch eine Chance um den Aufstieg mitzuspielen…

Eure Fangemeinschaft Nordost.

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